Sinkende Geburtenraten sind eine schlechte Nachricht für die Linke.
Denn in einer alternden Gesellschaft wird die sozialistische Wette auf die
Zukunft einem immer größeren Teil der Bevölkerung als zu riskant erscheinen.
Die italienische Stadt Terni, die sich heute
als »Stadt des Heiligen Valentin« vermarktet, war einst »das italienische
Manchester« und Hochburg der Sozialisten. Doch dann verlernten die Linken die
Love Language der Arbeiterklasse.
Die Nonnen des Klosters Goldenstein widersetzen sich ihrem Rauswurf und sorgen weltweit für Aufsehen. 10 Kilometer entfernt kämpfen die Bewohner der Eisenbahner-Siedlung denselben Kampf, nur ohne Medienrummel und gegen einen Konzern statt die Kirche.
Helene Klaar, Österreichs bekannteste Scheidungsanwältin und linke Sozialdemokratin, spricht über Besitzverhältnisse in der Ehe, Kindererziehung im Trennungsfall und warum sich Feministinnen wieder die 30-Stunden-Woche auf die Fahne schreiben sollten.
Arbeiter und Rentner haben gemeinsame Interessen: Höhere Löhne führen auch zu höheren Renten. Von dieser Position darf die Linke nicht abweichen – auch nicht, um ein vermeintlich kleineres Übel einer schwarz-roten Rentenreform zu unterstützen.
Die Rentenrebellen spielen Arbeiter und Rentner gegeneinander aus und dienen so letztlich Kapitalinteressen. Aber eines muss man ihnen lassen: Sie haben mehr Mut, sich der CDU zu widersetzen, als man es von jungen Abgeordneten anderer Parteien sagen kann.
Explodierende Kosten und stagnierende Reallöhne zwingen immer mehr
Kneipen in die Knie. Die Linke sollte sich dieses Problems annehmen.
Denn eine vereinzelte Gesellschaft macht nicht nur keinen Spaß,
sondern auch keinen sozialen Fortschritt.
Aufrüstung wird die deutsche
Wirtschaft nicht retten. Um nachhaltig Arbeitsplätze zu sichern,
braucht es eine Industriepolitik samt Klimastrategie, die Strompreise
und Lebenshaltungskosten senkt.
Die COP30, die im brasilianischen Belém stattfand, offenbarte deutlicher als je zuvor, dass die internationale Staatengemeinschaft kein Interesse daran hat, die Klimakrise zu lösen. In der Abschlusserklärung kommt nicht einmal das Wort »fossil« vor.<b></b>
Europas einstige Arbeiterparteien verprellten überall ihre Basis, nachdem sie Koalitionen mit konservativen Kräften bildeten. Skandinavien galt als Ausnahme, doch in Dänemark versucht man sich aktuell an einer GroKo – mit denselben schlechten Ergebnissen.
Am 5. Dezember erscheint die neue Jacobin-Ausgabe, die letzte des Jahres – und wir laden Dich ein, das mit uns zu feiern. Sind wir uns ehrlich: Nach 2025 können wir einen solchen gemeinsamen Grund zum Anstoßen alle gebrauchen.
Die französische EU-Abgeordnete Emma Fourreau sollte im Karl-Liebknecht-Haus über die Gaza-Flottilla sprechen – dann wurde die Veranstaltung abgesagt. Bei Jacobin kritisiert sie, dass Palästinasolidarität in der deutschen Linken noch immer angstbesetzt ist.