Seit
seinem Amtsantritt kennt Christian Lindner nur eine Devise: Kürzen, kürzen,
kürzen. Doch wenn es ums Militär geht, ist er plötzlich bereit, dieses Prinzip
aus dem Fenster zu werfen.
Immer öfter ist zu hören, die GDL solle
sich an einem Busfahrerstreik von 2018 in Japan orientieren, der die Passagiere
verschonte. Doch der Vergleich hinkt vorne und hinten. In Wirklichkeit geht es
wieder nur darum, gewerkschaftsfeindliche Stimmung zu schüren.
Erst
kommt die Bezahlkarte, jetzt will Christian Herrgott von der CDU
Asylsuchende zu schlecht bezahlter Arbeit zwingen. Es ist nur eine
Frage der Zeit, bis solche Methoden von den Rändern auf die
ganze Gesellschaft ausgeweitet werden.
Deutschland rüstet auf, ob mit oder ohne Schuldenbremse. Am Ende geben sich beide Strategien nicht viel, denn die arbeitende Klasse zieht in jedem Fall den Kürzeren.
Dass Politiker mit der Lebensrealität der Erwerbsbevölkerung nichts am Hut haben, kann man in jeder Satiresendung oder Talkshow hören. Aber was ist mit den Journalisten aus gutem Hause, die ständig fordern, die Arbeiterschaft solle härter arbeiten?
Die GDL bestreikt erneut die Bahn, fordert kürzere Arbeitszeiten und bessere Löhne. Friedrich Merz dagegen wünscht sich mehr Arbeitseinsatz, weniger Streikrecht und Bahnprivatisierung. Nicht die Streiks, sondern Politiker wie er bedrohen unseren Wohlstand.
Die Amazon-Produktion »Saltburn« zeigt: Eine Gesellschaftskritik,
die sich auf die Exzesse der Superreichen konzentriert, fürchten die
Superreichen nicht.