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Willkommen in Kushner-Albanien

Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner hat einen 1,4 Milliarden Dollar schweren Deal abgeschlossen, um die größte Insel Albaniens in ein Luxusresort umzubauen. Und das ist nicht der einzige Fall, in dem die Souveränität des Landes zum Verkauf steht.

Willkommen in Kushner-Albanien
»Es gab weder Strom noch Wasser, und so verkauften die Einheimischen Teile ihres Landes für 15 Euro pro Quadratmeter, weil sie dachten, dort würden Parkplätze oder Ähnliches entstehen.«

Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner hat kürzlich eine Investition in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar für den Umbau von Albaniens größter Insel Sazan zu einem Luxusresort zugesagt. Anschließend veröffentlichte er digitale Mock-ups für das bisherige Naturschutzgebiet, das durch Reihen von Apartments und Infinity-Pools umgestaltet werden soll. Die Bilder erinnern an Trumps bizarre, KI-generierte Vision einer »Gaza-Riviera« – ein opulentes Resort, das auf dem Land errichtet werden soll, das von inzwischen wohl 80.000 ermordeten und 2 Millionen vertriebenen oder deportierten Palästinensern hinterlassen wurde.

Doch die beiden Projekte verbindet mehr als nur ähnlich geschmacklose Luxusvisionen. Affinity Partners, die Investmentgesellschaft, über die Kushner Sazan aufkauft, wurde gegründet, um mit saudischem Geld Investitionen zwischen Israel und der arabischen Welt zu fördern. Und Albanien – ein armes europäisches Land mit einer gewissen muslimischen Identität sowie dem Willen nach Integration in den Westen – ist ein wichtiges Puzzleteil dabei.

Wie das Sazan-Megaprojekt zeigt, sind die Souveränität und die geopolitische Loyalität Albaniens käuflich – und hinter Kushner steht gleich als zweites Israel in der Schlange. Indem der albanische Ministerpräsident Edi Rama nicht nur Flächen für das Sazan-Projekt, sondern auch für von Israel finanzierte Kindergärten, Gesundheitszentren oder KI-Projekte bereitstellt sowie mit Israel verbundeneiranische Oppositionskämpfer und sogar einen geplanten pro-israelischen muslimischen Mikrostaat analog zum Vatikan in Tirana unterstützt, positioniert er sein Land als wichtigen Vorposten für eine entstehende Konstellation aus Rechtspopulisten und Israel-Apologeten.

»Sie kommen mit dem Hubschrauber«

Ich komme auf Sazan an, wenige Stunden, nachdem Kushner und seine Frau Ivanka Trump ihren jüngsten Blitzbesuch abgestattet haben. »Sie kamen mit einer großen militärischen Eskorte, und unsere Boote mussten sich fernhalten«, berichtet Arben, ein junger Einheimischer, am Inselkai. Arben verdient seinen Lebensunterhalt mit Bootsausflügen vom nahe gelegenen Ferienort Vlorë. »Sie haben uns natürlich nicht gefragt. Eines Tages tauchte unser Premier einfach im Fernsehen auf und teilte uns mit, dass die Insel verkauft worden ist.«

Sazan hat ein subtropisches Klima, kristallklares Wasser, eine üppige Farnvegetation – und tausende Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges, als Albanien extrem isoliert war und vom kommunistischen Diktator Enver Hoxha geführt wurde. Heute ist ein Großteil der Insel für die Öffentlichkeit gesperrt. Sie ist nach wie vor mit nicht detonierten Sprengkörpern übersät; im Hafen schaukelt ein kleines Kriegsschiff. 

Sazan war bis zum Verkauf an Kushner 2024 in staatlicher Hand. In den vergangenen Monaten und Jahren hat die albanische Regierung aber ihre Gesetze umfassend geändert, um Luxusprojekte auch in vormaligen Schutzgebieten zu ermöglichen. »Wenn du ein sogenannter ›strategischer Investor‹ bist, kannst du einfach das Gesetz brechen. Ist auch keine Überraschung, unsere Regierung ist einfach eine Mafia«, konstatiert Kosta Xhaho, der für eine lokale Umwelt-NGO arbeitet. Ebenfalls attraktiv für Kushners Affinity Partners ist, dass sie während der Bauphase keinerlei Steuern zahlen müssen – und die albanische Regierung die weiteren Infrastrukturkosten übernehmen will.

PAYWALL

Das Bauprojekt erstreckt sich auch auf das Festland. Im Morgengrauen fahren Xhaho und ich von Vlorë in ein benachbartes Naturschutzgebiet, wo der Vjosë, der als einer der letzten wirklich »wilden« Flüsse Europas gilt, in die Adria mündet. Das Delta hat eine surreale Schönheit. Flamingos dösen in Salzwiesen, Pelikane schweben über ihnen, und auch geschützte Robben, Schakale und Schildkröten sind in diesem unberührten, unerschlossenen Abschnitt der Adriaküste zu finden. Xhaho kennt das Naturschutzgebiet offensichtlich sehr gut – er weist auf die handgezählten 281 Flamingoeier hin, die in einem Abschnitt des Deltas gelegt wurden. Hinzu kommen auch Menschen, die er persönlich kennt und die ihre eigenen kleineren Bauverstöße begangen haben.

»Obwohl der Vjosë einer der letzten naturbelassenen großen Flüsse Europas und sogar Teil eines Nationalparks ist, wird Kushners Bauprojekt hier Flamingoeier und selbstgezimmerte Strandhütten gleichermaßen zerstören.«

Obwohl der Vjosë einer der letzten naturbelassenen großen Flüsse Europas und sogar Teil eines Nationalparks ist, wird Kushners Bauprojekt hier Flamingoeier und selbstgezimmerte Strandhütten gleichermaßen zerstören. Ferienunterkünfte für schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Touristen sollen in den Lagunen errichtet werden, daneben ein Casino. In der Nähe steht der Bau des laut Rama größten Flughafens auf dem Balkan kurz vor der Fertigstellung. Er soll jährlich 750.000 Gäste abfertigen und sogar Direktflüge in die USA anbieten. Xhaho warnt, dass der zunehmende Flugverkehr das reiche Vogelleben der Region stören wird. Ihm sei aber auch bewusst, dass derartige Beschwerden Investoren kaum abschrecken werden: »[Kushner und Trump] kommen kurz mit dem Hubschrauber her und fliegen schnell wieder weg. Sie wollen sich nicht mit den einfachen Leuten auseinandersetzen.«

Tourismusboom für wen?

Der Tourismus ist big business im postkommunistischen Albanien. 2024 kamen fast zwölf Millionen Besucherinnen und Besucher – viermal so viele Menschen wie die lokale Bevölkerung zählt. Investitionen aus der Diaspora sind ins Land zurückgeflossen; die einst unberührte albanische Riviera wurde mit halbfertigen Hotelanlagen und privatisierten Strandbars überzogen. Es gibt zweifellos Geld zu verdienen, doch Korruption und Geldwäsche sind nach wie vor weit verbreitet, und die Lebenshaltungskosten steigen unaufhaltsam. Diese Situation führt dazu, dass die meisten Einheimischen auf eine Kombination aus Überweisungen von Verwandten im Ausland und den Einnahmen aus der touristischen Sommersaison angewiesen sind. Xhaho kommentiert: »In den letzten zehn Jahren hat sich Albanien komplett verwandelt — aber verwandelt in Beton, nicht im positiven Sinne.«

Einige Locals werden sicherlich von Kushners Investment profitieren. Bootskapitän und Reiseleiter Arbër, der nach eigenen Angaben Vertreter von Kushners Investmentgesellschaft nach Sazan begleitet hat, wiederholt Xhahos Feststellung, jedoch in einem deutlich positiveren Licht: »Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist unser Land schon heute nicht wiederzuerkennen«, sagt er und nippt an seinem Kaffee. Vor einem Kloster innerhalb der geplanten Entwicklungszone stehend fügt er hinzu: »Jetzt geht [Premierminister Edi Rama] einen Schritt weiter. […] Dieses Gebiet war leer; es ist gut, dass hier investiert wird.«

Die im Sumpf liegenden Dörfer im Vjosë-Delta, wo noch Hühner auf den Straßen herumlaufen, während über ihnen bereits der Kontrollturm des zukünftigen Flughafens emporragt, sind derzeit noch weit entfernt von Kushners Vision. Xhaho kritisiert, dass die Regierung das Gebiet trotz seiner formellen Schutzbestimmungen bewusst für die Erschließung ausgewählt habe. 

Man habe gewusst, dass gerade die armen, älteren Einwohner sich dem Plan wohl kaum widersetzen würden: »Die Regierung hat diese Dörfer jahrelang vernachlässigt. Es gab weder Strom noch Wasser, und so verkauften die Einheimischen Teile ihres Landes für 15 Euro pro Quadratmeter, weil sie dachten, dort würden Parkplätze oder Ähnliches entstehen. Jetzt ist das Land aber abgeriegelt und sie müssen wegziehen.« Ein älterer Hirte aus dem Nachbardorf habe fälschlicherweise geglaubt, er könne seine Herde auf der Landebahn weiden lassen. Das Sicherheitspersonal verscheuchte ihn umgehend. 

Xhaho betont, dass seine NGO nicht gegen die Entwicklung oder auch nur die Anwesenheit von Menschen im Delta an sich sei: »Mein Vater war hier 35 Jahre lang Fischer, bis das Gebiet zum Schutzgebiet erklärt wurde. Vorher haben sie es selbst vor Bränden und Bodenerosion geschützt.« Er gehe jedoch davon aus, dass die neuen Bauprojekte abgeschottete Ferienanlagen sein werden, die nur begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung bieten, die Preise in unerschwingliche Höhen treiben und kurzsichtig die empfindlichen natürlichen Ressourcen zerstören, die doch erst den touristischen Reiz der Region ausmachten.

Ein Testlauf für die Gaza-Riviera?

Die verschlafenen Dörfer und Vogelmigrationsgebiete des Vjosë-Deltas scheinen weit entfernt von den Schrecken des Gazastreifens zu sein. Doch es gibt Querverbindungen, gerade in Trumps Vision für die strategisch wichtige Region des östlichen Mittelmeerraums, die sich von Vlorë über Hunderte von Kilometern bis hinunter nach Gaza-Stadt erstreckt.

Es war Kushner, der erstmals die absurd erscheinende Idee ins Spiel brachte, die »sehr wertvollen […] Grundstücke am Wasser« eines ethnisch gesäuberten Gazastreifens zu erschließen, nachdem dessen überlebende Bewohnerinnen und Bewohner deportiert sein würden. Für das Unternehmen Affinity Partners, das Milliarden aus Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi erhalten hat und bereits massiv in das besetzte Westjordanland investiert, könnte Sazan somit ein Testlauf für die Bauvorhaben in einem zukünftig von Israel verwalteten Gaza nach dem Genozid sein. Kurzzeitig gab es sogar israelische Presseberichte, laut denen 10.000 Menschen aus Gaza nach Albanien umgesiedelt werden könnten.

Rama wies dieses Gerücht umgehend zurück. Dennoch hat er sein Land als wichtigen Verbündeten Israels in der ansonsten eher feindlich gesinnten muslimischen Welt etabliert. So kritisierte Rama beispielsweise, dass das Hoxha-Regime einst Israel in geradezu iranischer Weise als »kleinen Satan« charakterisierte und verwies stattdessen auf Albaniens stolzes Erbe als Zufluchtsort für jüdische Flüchtlinge während des Holocaust. 

»Auf der Balkanhalbinsel zeigt sich die angebotene ›Integration‹ in den Westen in Form eines Geflechts aus Wirtschaftsinteressen, das regionale Machtakteure mit globalen rechtspopulistischen Führern verknüpft.«

»Albanien war traditionell immer ein bedingungsloser Unterstützer der US-Außenpolitik unter diversen Regierungen«, sagt auch Alfred Bushi, Aktivist der linken oppositionellen Partei Lëvizja Bashkë. Er erinnert, die Regierung habe sich geweigert, bei den Vereinten Nationen für einen Waffenstillstand in Gaza zu stimmen, was er als »Schande für das Land« bezeichnet. Als Dank für diese unerschütterliche Unterstützung erhielt Rama kürzlich die höchste zivile Auszeichnung Israels. Albaniens Oberrabbiner Yoel Kaplan ist derweil Offizier der israelischen Streitkräfte und wurde unter anderem gefilmt, wie er für die israelischen Truppen betete und dabei die Zerstörung Gazas bejubelte.

Während andere Häfen sich weigern, israelische Militärgüter umzuschlagen, ist die albanische Küste für derartige Geschäfte offen geblieben. Das kleine Land ist außerdem der viertgrößte Lieferant von lebenswichtigem Öl für Israel. Die beiden Staaten vertiefen ihre Beziehungen in den Bereichen Cybersicherheit und Rüstungsexporte. Projekte wie die Investition der israelischen Botschaft in einen örtlichen Kindergarten oder die Israel-Kulturwoche in der albanischen Hauptstadt Tirana dienen auch dazu, den Völkermord Israels in Gaza reinzuwaschen und in den Hintergrund zu rücken. 

Neue Direktflüge zwischen Tirana und Tel Aviv sowie zwei neue Museen, die das jüdische Erbe in Albanien dokumentieren, sollen den Tourismus zwischen den beiden Ländern weiter ankurbeln. »Wenn Israel sich in Form eines Kindergartens, eines Krankenhauses sowie in Verteidigungs- und KI-Projekten engagiert, dann beunruhigt mich das als Albanerin zutiefst«, fasst die lokale Aktivistin Fioralba Duma, die sich gegen den israelischen Einfluss in Albanien einsetzt, zusammen. Sie sehe eine »gefährliche Whitewashing-Politik«.

Ein pro-israelischer Mikrostaat

Ein besonders auffälliger Aspekt dieser Zusammenarbeit ist Ramas Angebot, albanisches Territorium als westlichen Stützpunkt gegen den Iran zur Verfügung zu stellen. In den vergangenen zehn Jahren hat Albanien darüber hinaus mehrere tausend Mitglieder der sogenannten Volksmudschahedin aufgenommen, einer durchaus kuriosen iranischen Oppositionsgruppe, die seit Jahrzehnten im Exil lebt und dort immer einflussloser, machtloser und von den Realitäten im heutigen Iran entkoppelter wurde. 

Zwischen 2013 und 2016 brachten die USA Mitglieder der Volksmudschahedin aus einem Lager im Irak in ein anderes an der albanischen Küste. Dort werden sie sporadisch von hochrangigen US-Sicherheits- und Politvertretern besucht, darunter auch Personen aus dem Umfeld der Trump-Regierung, die die Gruppe weiterhin für Militäraktionen im Iran vorbereiten sollen. (2022 hat Albanien übrigens die gesamte iranische Botschaftsbelegschaft ausgewiesen, nachdem diese angeblich mehrere Cyberangriffe gegen das Balkanland verübt hatte.)

Offenbar nicht zufrieden mit all diesen bemerkenswerten Gesten des guten Willens übertraf sich Rama 2024 selbst, indem er die Gründung eines unabhängigen, pro-israelischen muslimischen Mikrostaates versprach: Der alte muslimische Orden der Bektaschi stützt sich sowohl auf sunnitische als auch auf schiitische Traditionen, hat Millionen Anhänger vor allem in der Türkei – und seinen Hauptsitz in Albanien. 

Unter dem Einfluss der USA haben sich die Führer der Bektaschi von ihren früheren Beziehungen zu Teheran distanziert und sich immer stärker an den Einflussbereich Israels angenähert. Es folgten gegenseitige Besuche, der Austausch von Auszeichnungen, Unterstützungserklärungen der Bektaschi für Israel und Gespräche über gemeinsame Wirtschaftsprojekte. Dies gipfelte darin, dass die muslimische Gruppe den israelischen Präsidenten Isaac Herzog – auf dem Höhepunkt des Massakers in Gaza – herzlich als ihren Gast empfing.

Als eine Art Belohnung dafür erklärte Rama einseitig die mögliche Gründung des kleinsten Staates der Welt. Dieser sollte in dem Vatikan nachempfunden sein und physisch im Hauptquartier der Bektaschis in Tirana liegen. »Die Gründung eines Staates ist völkerrechtlich sehr problematisch«, erklärt die Aktivistin Duma. »Wie dem auch sei, man muss sich das einmal vorstellen – israelische Soldaten, die wegen Völkermordes gesucht werden, könnten dorthin ausreisen und wären vor Auslieferung sicher.« Wie auch immer die Sache letztendlich ausgeht, Tel Aviv dürfte profitieren. Schließlich weigern sich die Bektaschi-Führer hartnäckig, den Völkermord in Gaza zu verurteilen, und treten weiterhin gemeinsam mit Kaplan, dem bereits erwähnten albanischen Oberrabbiner und Jubelmann der IDF, auf.

Souveränität im Sonderangebot

Ob nun der Bektaschi-Staat, die Volksmudschahedin oder die Insel Sazan: Die Souveränität und das Territorium Albaniens stehen offensichtlich zum Ausverkauf. Zeitgleich konnte Rama kürzlich Vorwürfen der Opposition wegen Wahlmanipulationen trotzen und seinen vierten Wahlsieg in Folge feiern – vor allem dank großspuriger Versprechen, bis 2030 der EU beizutreten und die Integration mit dem Westen voranzutreiben.

In der Praxis bedeutet dies, enge Beziehungen zu Trump und Netanjahu zu pflegen, aber auch zu Figuren wie Italiens Giorgia Meloni, die eine umstrittene, 653 Millionen Dollar schwere Vereinbarung ausgehandelt hat, laut der italienische Offshore-Flüchtlingslager auf albanischem Boden eingerichtet werden sollten. 

Und es sind weitere Deals in der gesamten Westbalkanregion in Vorbereitung. Kushners Affinity Partners sind zeitgleich an einem nicht weniger umstrittenen Projekt beteiligt, bei dem ein Gelände in der Innenstadt von Belgrad (auf dem sich derzeit ein Denkmal für die Opfer der NATO-Bombardements befindet) in ein weiteres 500 Millionen Dollar teures Luxusobjekt umgewandelt werden soll.

Auf der gesamten Balkanhalbinsel zeigt sich die angebotene »Integration« in den Westen in Form eines Geflechts aus Wirtschaftsinteressen, das regionale Machtakteure mit globalen rechtspopulistischen Führern verknüpft. Letztere profitieren von steuerfreien Investitionsmöglichkeiten und kaufen sich im Grunde genommen geopolitischen Einfluss zu einem günstigen Preis. Für die USA und die europäischen Mächte ist »ein unterwürfiges [albanisches] Regime, das bereit ist, ihren politischen und ökonomischen Interessen zu dienen, wichtiger als die Existenz eines demokratischen Rechtsstaats«, meint der Oppositionspolitiker Bushi.

Als der israelische Präsident Herzog Albaniens Premier Rama jüngst die Ehrenmedaille verlieh, erklärte er, Ramas unerschütterliche Unterstützung für Israel sei ein Beispiel für »Besa« – den albanischen Ehrenkodex, in dem Loyalität und Gastfreundschaft gegenüber Fremden besonders betont werden. Keiner der beiden dürfte an die palästinensischen Menschen gedacht haben, die zu genau diesem Zeitpunkt aus ihren Häusern vertrieben wurden.

Matt Broomfield

Matt Broomfield ist Organizer und Autor, unter anderem des Buches

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