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Die dekadenten Konservativen sind zurück

Pornostar-Affären und offene Homosexualität: Einige einflussreiche Rechte passen kaum ins konservative Bild. Doch wie einst die dekadenten Dichter wollen auch sie die Vergangenheit wiederbeleben – nur mit technologischen statt künstlerischen Mitteln.

Die dekadenten Konservativen sind zurück
Der Investor Peter Thiel steckt unter anderem hinter dem Überwachungs-Tech-Konzern Palantir und hält nebenbei Vorträge über den Antichrist.Collage: Johanna Goldmann (Material: Midjourney)

Als Beobachter konservativer Politik hat man es heute wahrlich schwer. Einst war es ein Leichtes, einen Konservativen zu erkennen. Er verteidigte Tradition, bewährte Praktiken und Institutionen, Familienwerte und althergebrachte Moralvorstellungen. Diese Haltung war oft scheinheilig – und stand darüber hinaus im Widerspruch zur von diesen Menschen ebenfalls propagierten freien Marktwirtschaft –, aber zumindest war es eine irgendwie ehrliche Scheinheiligkeit: Das Laster ging stets einher mit Tugend; Konservative verheimlichten ihre Verfehlungen, leugneten sie – oder zeigten Reue und baten um Vergebung. Familienskandale, sexuelle »Fehltritte« und unkonventionelle Lebensstile gab es zuhauf, sie wurden aber verschwiegen oder übertüncht. Nach außen sollten Bescheidenheit und Konventionalität verkörpert werden.

Heute erscheint eine solche Vision des Konservatismus aus der Zeit gefallen und fast schon absurd. Früher galt bei den amerikanischen Republikanern: Wer geschieden ist, kann nicht für die US-Präsidentschaft kandidieren. Nun ist mit Donald Trump ein Mann wiederholt ins Amt gewählt worden, der zweimal geschieden ist und dessen Affären mit Playboy-Models und Pornostars jahrelang in der Boulevardpresse breitgetreten wurden. Sein ehemaliger Unterstützer und Chefprovokateur Elon Musk hat eine Vergangenheit, die selbst die seines Ex-Chefs verblassen lässt: drei Ehen mit zwei Frauen und mindestens vierzehn Kinder mit mindestens drei Frauen. Musks früherer Geschäftspartner und einstiger Mentor von Vizepräsident J. D. Vance, Peter Thiel, lässt sich ebenfalls nicht leicht in eine Schublade stecken. Mit seiner Haltung entspricht er dem Bild eines »libertären Konservativen«, doch Thiels offen gelebte Homosexualität hätte bis vor gar nicht allzu langer Zeit noch viele erklärte Konservative schockiert (und dürfte dies in traditionelleren Kreisen der Bewegung auch heute noch tun).

»Familienskandale, sexuelle ›Fehltritte‹ und unkonventionelle Lebensstile gab es unter Konservativen auch früher zuhauf, sie wurden aber verschwiegen oder übertüncht. Nach außen sollten Bescheidenheit und Konventionalität verkörpert werden.«

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele für derartige Lebensstile, die einst als antikonservativ gegolten hätten. Es geht hier allerdings nicht darum, das Privatleben von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nach »Verstößen« gegen einen nostalgischen Konservatismus zu durchforsten. Vielmehr stellt sich die Frage, mit welcher Spielart von Konservatismus wir es heute zu tun haben. Diese Personen als »nicht wirklich konservativ« abzutun, funktioniert eindeutig nicht: Sie unterstützen offensichtlich konservative Ziele und spielen eine gewichtige Rolle in der konservativen Politik. Andererseits scheinen ihr Geschmack und ihr Lebensstil kaum zu traditionell konservativen Standards zu passen. Sie wirken, mangels eines besseren Wortes, dekadent. Diese Ähnlichkeit betonen inzwischen einige Beobachter, die Parallelen zwischen unserer Zeit und dem sogenannten Vergoldeten Zeitalter à la The Great Gatsby sehen – nur dass der Schauplatz heute Mar-a-Lago statt West Egg auf Long Island ist.

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Konservatismus in Samt und in Leder

Das mag zunächst absurd erscheinen. Schließlich wird Dekadenz seit Jahrhunderten von Konservativen kritisiert. Vorwürfe der Dekadenz sind bis heute eines der beliebtesten Mittel der Rechten, um den Liberalismus als eine Kultur des Relativismus und Nihilismus abzulehnen. Und doch ist die Vermutung nicht unbegründet, dass wir eine neue Dekadenz beobachten – nur geht diese heute von gewissen Teilen der Rechten aus. Die Ähnlichkeit zu früheren kulturellen Epochen – seien es F. Scott Fitzgeralds Roaring Twenties oder die Dekadenzdichtung des Fin de Siècle in Großbritannien – ist größer als es zunächst erscheint und lohnt es, genauer betrachtet zu werden.

»Die historischen Dekadenzler fühlten sich vom alten Elitismus und der Aristokratie angezogen, schwärmten für das Provokative und Prunkvolle und lehnten einen Großteil der modernen Kultur entschieden ab.«

Die damalige Generation der Dekadenzdichter, darunter Persönlichkeiten wie Oscar Wilde, Wyndham Lewis, T. S. Eliot und W. B. Yeats, wird heute meist als progressiv verstanden: Sie versuchten, künstlerische Ausdrucksformen und das individuelle Leben aus bourgeoisen Zwängen zu befreien. Diese dekadente Kunst und Literatur lehnte die konventionelle und oft heuchlerische Sozial- und Sexualmoral ab und stellte sich gegen die blutleere Formalität der viktorianisch-bürgerlichen Werte. Diese neue Kunst war körperlich, emotional und transgressiv. Als solche wird sie auch heute noch geschätzt.

Im Gegensatz zu dieser Wahrnehmung hat der Literaturhistoriker Alex Murray in seinem bemerkenswerten Buch Decadent Conservatism dargelegt, dass diese Kunst in vielerlei Hinsicht zutiefst, wenn auch auf komplexe Weise, konservativ war. Die Angriffe der Dekadenzler auf ihre Gegenwart basierten auf ästhetischen und ideologischen Elementen der mittelalterlichen und absolutistischen Vergangenheit. Ihre Anhänger fühlten sich vom alten Elitismus und der Aristokratie angezogen, schwärmten für das Provokative und Prunkvolle und lehnten einen Großteil der modernen Kultur – und oft auch die demokratischen Ideen ihrer Zeit – entschieden ab.

Die Parallelen zu heutigen Konservativen sind auffällig, insbesondere die selbstbewusste Betonung der Individualität. Die historischen Dekadenzler wandten sich gegen das, was sie als viktorianische moralische und intellektuelle Unterdrückung empfanden. Sie verstanden die Freiheit des Denkens und der Meinungsäußerung, insbesondere die der Eliten, als entscheidend für einen erfolgreichen Kampf gegen die intellektuell und sozial lähmende Wirkung der Massenkultur. Die Kunst musste vor der Industriegesellschaft gerettet werden, und vielleicht konnte die Kunst dann auch dazu beitragen, die Gesellschaft vor sich selbst zu retten. 

Die konservativen Dekadenzler von heute sind oft Libertäre, die sich gegen die Orthodoxie eines »woken Liberalismus« abgrenzen. Ihr Milieu ist die Techno-Philosophie, nicht die Literatur. Doch genau wie ihre Vorgänger verbinden sie provokative Selbstinszenierung mit theoretischen Überlegungen und elitärer Politik. Die samtenen Morgenmäntel wurden gegen schwarze Lederjacken getauscht, es werden Kettensägen geschwungen und Twitter/X ist das bevorzugte Kommunikationsmittel. Und doch sind die heutigen rechten Dekadenzler oft unverkennbar Intellektuelle.

»Für Peter Thiel ist die Individualität der Elite ist das Einzige, was zwischen uns und der Katastrophe steht.«

Make Monarchy Cool Again

Am meisten beschäftigt sie die individuelle Freiheit des Denkens. Peter Thiel hält kreative Kräfte außerhalb der etablierten Institutionen für bedeutend und beschreibt die zeitgenössische liberale Kultur häufig mit Bildern, die an T. S. Eliot erinnern: Der Liberalismus sei »vorbei«, seiner ganzen Fantasie und Vitalität beraubt. Er sei zu einer maroden, dekadenten »Maschinerie« verkommen, die lediglich die Ansichten und Interessen ihrer Anhänger durchsetze, während Gegner zum Schweigen gebracht würden. 

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Für Thiel ist das nicht nur eine Frage der individuellen Rechte. Besonders wichtig sind seiner Ansicht nach Eliten, deren intellektuelle Freiheit für den Fortschritt der gesamten Gesellschaft unerlässlich ist. Die Welt befindet sich demnach in einem tödlichen Wettlauf zwischen dysfunktionaler Politik einerseits und Technologien andererseits, die entweder verheerendes oder aber auch befreiendes Potenzial bergen. Das Schicksal des Kapitalismus und somit, aus libertärer Sicht, die Freiheit des Menschen an sich stehen auf dem Spiel. Die Individualität der Elite ist das Einzige, was zwischen uns und der Katastrophe steht. So schreibt Thiel: »Im Gegensatz zur Welt der Politik können in der Welt der Technologie die Entscheidungen des Einzelnen immer noch ausschlaggebend sein. Das Schicksal unserer Welt hängt möglicherweise von den Bemühungen einer einzigen Person ab, die die Freiheitsmaschinerie aufbaut oder verbreitet, die die Welt für den Kapitalismus sicher macht.«

Die historischen Dekadenzler standen der Demokratie skeptisch – manchmal auch offen feindselig – gegenüber. Leute wie der Publizist Alexis de Tocqueville fürchteten deren gleichmachende Auswirkungen: Durch sie würde die Individualität abgestumpft, Unterschiede in der Leistungsfähigkeit ausgelöscht und die reine Mittelmäßigkeit gestärkt. Sie fanden Inspiration für eine Alternative in der Vergangenheit, insbesondere in der Rückkehr zum vermeintlich fabelhaften Zeitalter der Stuart-Monarchie mit ihrer freieren individuellen Moral und ihrer anti-puritanischen Wertschätzung ästhetischer und körperlicher Freuden. Ihr eigenes Zeitalter und die Herrschaft Victorias erschien ihnen leblos und restriktiv im Vergleich zu den üppig ausgestalteten Ritualen des Katholizismus und der aristokratischen Galanterie und Pracht, die mit der Hinrichtung Charles I. endeten.

Die heutigen Dekadenzler äußern eine ähnliche Verachtung für die liberale Demokratie. Im Jahr 2009 traf Thiel die inzwischen berühmt gewordene Aussage: »Ich glaube nicht mehr, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.« Ebenso wie ihre Vorgänger im Viktorianischen Zeitalter suchen auch die heutigen Dekadenzler in der Vergangenheit nach Inspiration. 

»Die mittelalterliche Welt diente auch als Reservoir, das man anzapfen konnte, um emotionale, ästhetische und gesellschaftliche Formen wiederzugewinnen, die durch die Industriegesellschaft degradiert worden seien.«

Man denke an Curtis Yarvin, einen Computertechniker und politischen Theoretiker, dessen öffentliche Präsenz durch seine Verbindungen zum US-Vizepräsident J.D. Vance gestärkt wurde. Auch Yarvin geriert sich als Vertreter einer Gegenkultur; sein Porträtfoto für ein Interview mit der New York Times zeigt eine verblüffende Ähnlichkeit zu einem bekannten Bild von Oscar Wilde. Wie die früheren Dekadenzdenker hegt Yarvin Misstrauen – wenn nicht Feindseligkeit – gegenüber der Demokratie und sucht in der Vergangenheit nach anregenden Alternativen. In seinem Fall ist die Antwort keine Stuart-Restauration, sondern vielmehr das Revival eines neo-monarchischen Systems, das seine Wurzeln in den preußischen kameralistischen Ideen des 18. und 19. Jahrhunderts hat. Aktualisiert auf die Gegenwart, stellt sich Yarvin anstelle der repräsentativen Demokratie eine Art nationalen CEO vor – einen exekutiven Souverän, der Individualismus und Elitedenken fördert und den heutigen Liberalismus abschafft.

Entzauberung und Reaktion

Yarvins Behauptung, dass Desillusionierung über die liberale Demokratie die erste Voraussetzung dafür sei, politisch »vollkommen aufgeklärt« zu werden, wird begleitet von noch einer weiteren auffälligen Parallele zur historischen Dekadenz. Die Dekadenzler des Fin de Siècle waren fasziniert von der Erfahrungsfülle der Vergangenheit, von vielfältigen Lebensformen, die einen anderen Ansatz und Zugriff auf menschliche Erfahrungen ermöglicht hätten. Diese seien durch die nüchtern-entzaubernde Logik der Moderne zerstört worden. Für einige bot die Religion eine alternative Vision von Autorität, die auf Hierarchie statt auf Liberalismus und Demokratie beruhte. Es war nicht nur diese Autorität, die sie zur Religion zog, sondern das Geheimnis des Glaubens selbst; seine Fähigkeit, Gefühle und Erfahrungen zu wecken, die über die zur Schau gestellte Frömmigkeit des Viktorianischen Zeitalters hinausgingen. 

Die mittelalterliche Welt – und oft gerade die katholische Kirche – diente nicht nur als Vorbild für eine hierarchische Ordnung, sondern auch als historisches und institutionelles Reservoir: etwas, das man anzapfen konnte, um emotionale, ästhetische und gesellschaftliche Formen wiederzugewinnen, die durch Materialismus, Utilitarismus und die Industriegesellschaft fast bis zur Unkenntlichkeit degradiert worden seien. Es war nicht der konventionelle Moralismus, der die Dekadenzler anzog, sondern die Hoffnung, verlorene Formen und Dimensionen von menschlicher Erfahrung und gesellschaftlichem Leben wiederzuerwecken.

Solche Ideen lassen sich auch bei den heutigen Dekadenzlern wiederfinden. Ein gutes Beispiel ist der Informatiker und Risikokapitalgeber Marc Andreessen. Dieser Bekannte von Thiel, Yarvin und zahlreichen weiteren schillernden Persönlichkeiten aus dem Silicon Valley sowie Wahlkampfunterstützer von Donald Trump teilt die Faszination der historischen Dekadenzler für Erfahrungen aus vermeintlich verlorengegangenen Vergangenheiten und die darin enthaltene latente Weisheit.

»Der klassische Konservatismus verwandelt sich in Transgression gegen die vorherrschende liberale Kultur und eine verkrustete politische Ordnung.«

Aus der Entfremdung und Enttäuschung wird auch bei ihm eine Art »Wiederverzauberung« des Alten. Wie der Journalist Matthew D’Ancona schreibt: »Andreessen schwört auf die obskure Studie La Cité antique des französischen Historikers Numa Denis Fustel de Coulanges aus dem Jahr 1864. In Lex Fridmans Podcast erklärte Andreessen im Juni 2023, diese Darstellung der indoeuropäischen Kultur vor der klassischen Antike zeige eine ›Zivilisation, die in Kulte organisiert war – und die Intensität dieser Kulte war millionenfach größer als alles, was wir heute kennen‹. Mit einem Schmunzeln merkte er weiter an, das heutige Leben sei ›im Vergleich zu dem, was die Menschen früher erlebt haben, sehr farblos und grau. Ich denke, das ist der Grund, warum wir so zu Dramatik neigen. Es gibt etwas in uns, ganz tief, das wir zurückhaben wollen‹.«

Derartige Ansichten sind nicht einfach nur reaktionär: Sie sind der Beginn von Visionen und radikalen Zukunftsszenarien, die teilweise auf der Vergangenheit basieren und von dieser inspiriert sind, jedoch nicht als schlichter Wunsch nach einer Rückkehr zu ihr verstanden werden sollten.

Kulturelle Bruchlinien

Wenn wir Ideen und Persönlichkeiten der heutigen Rechten als teilweise von einer neuen Dekadenz geprägt verstehen, können wir wichtige Aspekte des zeitgenössischen Konservatismus besser analysieren. Die Vertreter der Dekadenz vor einem Jahrhundert waren eine zwar kulturell lautstarke, aber politisch marginale Kraft. Ihre Ideen hatten durchaus Einfluss, aber dieser war in erster Linie ästhetischer Natur. 

Das lässt sich von den konservativen Dekadenzlern von heute nicht behaupten. Ihnen mag die ästhetische Ausstrahlung und Kraft von Wilde, Yeats oder Eliot fehlen, aber sie verfügen über einen Reichtum und eine Machtfülle, die Jay Gatsby beeindruckt hätten, sowie über ein intellektuelles und kulturelles Selbstbewusstsein, um das er sie ebenfalls beneidet hätte. Sie sind Teil dessen, was der Philosoph John Gray als »Gegenelite« bezeichnet: eine alternative Elite, die sich gegen die liberale Elite stellt und diese vehement bekämpft.

Was diese Gegenelite auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, die rhetorischen und performativen Elemente eines erkennbar dekadenten Konservatismus zu mobilisieren. Ihre Vertreter vermitteln eine Anziehungskraft, die über den biederen, traditionellen Konservatismus hinausgeht, den sie ablehnen und zu einem erheblichen Teil bereits abgelöst haben. 

Dekadenz hatte schon immer eine subversive Komponente und kann ein Gefühl von eigenwilliger, jugendlicher Individualität vermitteln. Der klassische Konservatismus verwandelt sich dabei in Transgression gegen die vorherrschende liberale Kultur und eine verkrustete politische Ordnung. Dieser neue dekadente Konservatismus spricht die Sehnsucht nach einer fundamentalen Ursprünglichkeit an, wobei die Vergangenheit jedoch nicht als Endpunkt betrachtet wird, sondern als Linse, durch die existenzielle Fragen auf neue und radikale Weise gestellt werden können. Die Dekadenz macht sich die Kraft des Mythos zunutze. So ist sie zu einem machtvollen Bestandteil der heutigen konservativen Politik geworden.

Während diese neuen Dekadenzler eine wichtige Rolle beim Aufstieg des MAGA-Konservatismus gespielt haben, schafft ihre Prominenz allerdings auch potenzielle Bruchstellen: Steve Bannon hat bereits scharfe Angriffe auf die »Broligarchen« gestartet. Es ist denkbar, dass andere, sozial konservativere oder religiös traditionellere Fraktionen ähnlich frustriert reagieren. Die öffentlich ausgetragenen Auseinandersetzungen zwischen Musk und Trump verdeutlichen die Spaltung: Es ist nicht nur ein Konflikt der individuellen Persönlichkeiten, sondern der Visionen.

Dennoch sollte niemand auf der Linken erwarten, dass solche Spaltungen zum Zusammenbruch der Rechten führen. Unterschiedliche Elemente im rechten Spektrum haben eine beachtliche Bereitschaft gezeigt, ihre Differenzen außen vor zu lassen, um die Einheit der Konservativen zu wahren und ihre Ziele voranzutreiben. Auch hätten Abspaltungen der Rechten derzeit keinen Grund, auf die linke Seite herüberzuwechseln. Die neuen Dekadenzler könnten durchaus Kontroversen unter Konservativen hervorrufen, sind aber zumindest derzeit keine Quelle ernsthafter Destabilisierung des rechten Lagers. Dennoch: Kultur war ein wichtiger Aspekt beim Aufstieg von MAGA – und die kulturellen Bruchstellen innerhalb der Bewegung verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit.

Tags: Politik

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